Lord Vicar - Fear no Pain

Doom-Metal-Front.de Review:

LORD VICAR schicken sich an, am Doomthron zu rütteln. Nicht nur dass man sich mit Genregrößen wie Chritus (Count Raven, Saint Vitus, Terra Firma), Peter Inverted (Reverend Bizarre, Orne) oder etwa Gareth Millsted (Centurions Ghost, End of Level Boss) schmückt, auch die 7 Tracks des soeben auf The Church Within Records erschienenen Debüts „Fear No Pain“ lassen über jeden Zweifel erhaben sein. Stolz wird im Booklet die Zugehörigkeit zum C.O.T.D. (u.a. The Gates Of Slumber, Apostle Of Solitude) präsentiert. Warum auch nicht…, zelebrieren Lord Vicar doch traditionellen Doom in Reinform. Wunderbar melodiöse Doomriffs liebkosen mein Ohr, der Bass knarrzt gar wunderschön, die Drums taktieren in angenehm schleppenden Geschwindigkeitsbereichen und Chritus klagender Gesang huldigt dem Daseinsschmerz. Als ich am letzten Samstag in der Rockstation (Halle/S.) verweilte, hatte ich angesichts des Lord Vicarischen Auftritts (und jetzt beim Hören der CD) endlich wieder dieses Gefühl – „It’s fucking Doom and they rock me to the ground!“ Dabei übersieht man auch mit einem genüsslichen Grinsen das verzweifelte Blättern von Chritus in den Songtexten, war es doch (angeblich) der erste Liveauftritt der altgedienten Helden in dieser Formation überhaupt. Die Lorbeeren dafür, dass ich bereits in der glücklichen Lage bin, dieses Sahnestückchen in den Händen zu halten, hat sich der Doom Dealer im Schweiße seines Angesichts redlich verdient. Gerade einmal zwei Tage vor dem Gig kamen die Silberlinge aus dem Presswerk und waren zu dem Zeitpunkt noch so heiß wie backfrische Schrippen. Genauso heiß wallen jetzt die Klänge aus den Boxen und versetzen mich in doomiastisches Entzücken. Sieben mal 10 macht zwar 70, aber auch für Lord Vicar werde ich das Bewertungssystem nicht frisieren.

10/10 DMF-Points